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Eigentlich wollte ich mich ja gar nicht zur aktuellen Debatte zum Leistungsschutzrecht oder dem vorliegenden Entwurf selbst äußern, weil darüber schon genug geschrieben, geredet und gestritten wird. Da man aber immer häufiger auch “gelogen” hinzufügen muss, kann ich mich eines kurzen Kommentares nicht enthalten.

Seit dem Google vor einigen Tagen eine eigenen Kampagne zu diesem Thema gestartet hat (vollmundig mit “Verteidige Dein Netz” betitelt) kann man beobachten, wie sich die Verlage – hier tut sich der Axel Springer Verlag besonders hervor – in dem Diskurs nochmal einen Gang zugelegt haben. Leider ist es aber so, dass viele der angeführten Argumente einfach ins Leere laufen, weil sie schlicht und einfach falsch sind. Und wenn man diese Argumente dann (ich vermute mal wider besseren Wissens) immer wieder von sich gibt, dann ist das für mich schlicht und einfach gelogen. Mal davon abgesehen, dass damit die Debatte sicherlich nicht weiterkommt, kotzt es mich an, dass man die Bevölkerung (also auch mich) für so dumm hält, auf dieses Geschwätz hereinzufallen.

Geht´s noch? Herr Keese? Herr Döpnfer? Ich glaub, es hackt!!

Sicherlich: es wird teilweise mit technischen Argumenten um sich geworfen, mit denen der Durchschnittsbürger nichts anfangen kann (z.B. die “robots.txt”, deren Einsatzmöglichkeiten immer wieder falsch dargestellt werden – bewusst, wie ich vermute). Aber interessiert sich der Durchschnittsbürger überhaupt für diese Debatte? Und soll dieses technische Geschwafel vielleicht nicht nur davon ablenken, dass die eigenen Argumente doch etwas schwach sind?

Dazu kommen dann noch rhetorische Entgleisungen, die deutlich zeigen, dass man von Seiten der Verlage eigentlich überhaupt nicht an der Debatte interessiert ist. Auf welchem intellektuellen Niveau muss man eigentlich sein, um einen Gegner als “Taliban” zu bezeichnen?*

Es ist natürlich nicht so, dass Google aus rein altruistischen Gründen gegen diesen Entwurf des Leistungsschutzrechtes angeht. Sicherlich stecken auch da wirtschaftliche Gründe dahinter. Genau so, wie auch bei den Verlagen. Ist für mich auch in Ordnung. Interessanter Weise war diese Form der Geschäftsbeziehung über Jahre aber wohl für beide Seiten gewinnbringend …

Besorgniserregend ist auch die Art der Berichterstattung in den Zeitungen. Über deren Einseitigkeit hat sich Stefan Niggemeier ja schon ausgelassen. Was wäre eigentlich, wenn Google Suchergebnisse ausblenden würde, die nicht zu deren Agenda passen? Wie bitte? Höre ich da das Wort “Zensur”? Hm, stimmt …

Wie so oft ist stimmt auch in diesem Fall das alte Sprichwort: “Der Ton macht die Musik”. Wer sich allerdings so im Ton vergreift muss damit rechnen, dass das irgendwann auf ihn zurückfällt. Stellt denn niemand in Frage, ob man sich mit einer solcherart geführten Debatte wirklich einen Gefallen tut? Auch wenn das LSR in der vorgestellten Fassungen (oder ähnlich) durchkommen sollte, so wird am Ende doch ein Makel an den Verlagen und deren Zeitungen haften bleiben. Potentielle Abonnenten wenden sich ab und am Ende wird das Wehklagen aufgrund sinkender Auflagen immer lauter werden. Selbst schuld!

* Was nebenbei gesagt auch eine Verhöhnung der Opfer der Taliban ist, denn wie wichtig ist am Ende des Tages diese Debatte im Vergleich zu Terror und Tod?

[PS Ich entschuldige mich für den etwas platten Titel dieses Beitrages. Passt aber vielleicht dann doch wieder ganz gut zu den Auslassungen der oben erwähnten Herren ...]

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