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Anders als der Titel vielleicht vermuten lässt, handelt es sich bei diesem Roman nicht um eine Derivat aus der Tolkienschen Sagenwelt.

(Wer nach dieser mehr als fadenscheinigen Einleitung nicht mehr weiterlesen will …. ich kann´s verstehen. Aber vielleicht überlegt Ihr es Euch ja noch.).

Vielmehr liegt hier der aktuelle Roman von Andreas Eschbach vor, der vielen durch seine Bücher “Das Jesusvideo” oder “Eine Billion Dollar” bekannt sein sollte (er hat wirklich schon viele Bücher geschrieben, darunter auch ein paar echte Highlights).

Wir steigen in die Geschichte ein, als die beiden Hauptfiguren noch Kinder sind und sich mehr oder weniger zufällig in Japan treffen. Schon in diesen beiden Figuren ist der Grundkonflikt angelegt, der wichtig für die Entwicklung der Handlung ist: arm gegen reich, privilegiert gegen unterprivilegiert etc.. Aus der Erkenntnis dieser gesellschaftlichen Konstante entsteht in einem der Protagonisten (“Hiroshi”) das Streben, dieses Ungleichgewicht aus der Welt zu schaffen. Zunächst noch tief in der kindlichen Vorstellung verwurzelt, entwickelt er Ideen, wie dies zu bewerkstelligen sei. Jahre später wird er basierend auf diesen Überlegungen mit Hilfe der Nanotechologie eine Maschine entwickeln (oder es zumindest versuchen), die eben diesem Missstand ein Ende bereiten soll. Schon zu Beginn führt Eschbach aber auch wieder ein phantastisches Element ein, den die zweite Hauptfigur “Charlotte” hat gewisse übersinnliche Fähigkeiten (sie kann die Geschichte eines Gegenstandes bei Berührung sinnlich erfahren). Die Geschichtet begleitet nun beide Figuren durch ihr Leben, dass teilweise sehr chaotisch und unstet verläuft, in dem es aber auch immer wieder Berührungspunkte gibt. Auf verschiedenen Umwegen kulminiert die Handlung schließlich im Tode Hiroshis, der am Ende die ultimative Verbindung mit den Maschinen eingegangen ist.

Wie so häufig bei Andreas Eschbach funktioniert dieses Buch auf zwei Ebenen. Zum Einen haben wir die Story, die sich zunächst recht gemächlich anlässt, um dann aber mehr Fahrt aufzunehmen und in der zweiten Hälfte des Buches dann (leider) immer mehr in Richtung Sience Fiction bzw. Fantastik abschweift. Ich hätte mir hier gewünscht, dass die  Handlung mehr in der Realität bleibt, da so in meinen Augen die Glaubwürdigkeit der Geschichte sehr leidet. Wäre ich böse, dann könnten man einen Teil der Begründung für die ganzen Geschehnisse (nämlich eine hochentwickelte Zivilisation vor der unsrigen) eher im Themenkreis von Erich von Däniken verorten.

Zum Anderen geht es natürlich aber auf der Metaebene um die Chancen und Risiken der Nanotechnologie. Beides wird vom Autor in vielen Szenen ausführlich beschrieben. Während zunächst die faszinierenden Möglichkeiten herausgestellt werden, so werden mit zunehmendem Fortgang der Geschichte immer mehr die bedrohlichen Aspekte weiterentwickelt. Dieser Aufbau legt für mich dann auch nahe, dass Eschbach der Nanotechnologie doch eher skeptisch gegenüber steht. Allerdings wird schon auch deutlich, dass es die Menschen sind, die diese Möglichkeiten “missbrauchen”.

Nebenbei gesagt: Ich bin der Meinung, dass neue Technologien doch immer zuerst mal entwickelt und angewendet werden sollten. Wenn etwas schon in einem frühen Stadium abgelehnt wird, dann hat man auch nie die Chance zu sehen, was sich daraus entwickeln kann.

Kann man das Buch empfehlen? Ganz klar: jein. Auf der einen Seite ist es eine ganz nette Geschichte und unterhält in diesem Sinne auch leidlich. Auf der anderen Seite aber finde ich den sachlichen Inhalt etwas zu kurz gegriffen. Während zum Beispiel “Eine Billion Dollar” in Teilen schon fast einer volks- bzw. betriebswirtschaftlichen Vorlesung glich (was zugegebenermaßen wahrscheinlich nicht für jeden interessant ist), so kratzt das aktuell vorliegende Buch doch zumindest für mich eher an der Oberfläche (da wird man mit der Beschreibung des Baus von Maschinen auf atomarer Ebene angefixt und dann kommt nicht mehr wirklich viel). Schade wie ich finde, denn gerade bei diesem komplexen und eben auch noch einigermaßen neuen Thema kann ein Mehr an Information nie schaden.