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Jaja, vielleicht ist es gerade “in” diese Biographie zu lesen. Es lohnt sich aber! Und ich habe das Buch schon weit vor dem zu frühen Tod von Steve Jobs bestellt*. Das Buch ist – auch in der mir vorliegenden englischen Version – einfach zu lesen und kurzweilig geschrieben. Manchmal wiederholt sich der Autor (auch mehrfach) und manchmal hätte man sich einen noch weitergehenden Einblick gewünscht. Aber alles in Allem ist diese Biographie wirklich zu empfehlen. Für mich waren dabei drei Aspekte besonders interessant.

1. Die Person
Ihn als ambivalente Persönlichkeit zu bezeichnen ist glaube ich noch untertrieben. Auf der einen Seite war er schlicht und einfach ein wahnsinnig innovativer und fokussierter Mensch, auf der anderen Seite gingen ihm glaube ich die meisten grundlegenden sozialen Fähigkeiten vollkommen ab. Sicherlich lässt sich dies anhand seiner Lebensgeschichte mehr oder weniger herleiten, allerdings hat er auch in den späteren Jahren nichts von seiner Art verloren (auch der Krebs hat ihn nicht milder gemacht). Wahrscheinlich trifft auch hier die Erkenntnis zu, dass Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten auf anderen Gebieten eben auch entsprechende Defizite haben. Wenn er emotional wurde, dann hat er entweder alle runtergemacht oder geweint. Charisma hatte er auf jeden Fall.

2. Die Anfänge der Computerindustrie
Ganz besonders die im Buch geschilderten Anfangsjahre von Apple finde ich wahnsinnig spannend. Um das alles direkt mitzubekommen, bin ich ein paar Jahre zu spät geboren. Aber ich kann mich noch gut an den ersten PC erinnern, der tatsächlich nur über die Kommandozeile zu steuern war und noch keine grafische Oberfläche besaß (und so schwer war, dass ich ihn kaum tragen konnte). Das muss so 1987 gewesen sein. Seit dem ist viel passiert, aber es ist eben doch schon sehr interessant sich vor Augen zu führen, wie viele Dinge entstanden sind, die wir heute als selbstverständlich erachten (z.B. sich überlagernde Fenster im Betriebssystem).

3. Die Inspiration
Nichts liegt mir ferner, Steve Jobs als Person irgendwie zu überhöhen und ihm schon eine fast messianische Aura anzudichten (also Person hatte er durchaus viele Fehler – siehe oben). Und dennoch kann ich aus seiner Lebensgeschichte und mancher seiner Ansichten oder Grundsätze etwas für mich ableiten.

Nach seinem Tod wurden ja überall die wichtigsten Zitate und insbesondere seine Rede in Stanford verbreitet. Ein Zitat ist mir dabei im Gedächtnis geblieben:

Your time is limited, so don’t waste it living someone else’s life. Don’t be trapped by dogma — which is living with the results of other people’s thinking. Don’t let the noise of others’ opinions drown out your own inner voice. And most important, have the courage to follow your heart and intuition. They somehow already know what you truly want to become. Everything else is secondary.

Hört sich gut an … ist aber zunächst kaum umzusetzen. Hier muss man glaube ich vom großen Bild weggehen und sich eher auf die kleinen Dinge an konzentrieren. Wer kann schon sein komplettes Leben so leben (oder umstellen) und komplett dem folgen, was die Intuition sagt? Nur die wenigsten. Aber man kann sich anschauen, wo es möglich – und vielleicht auch nötig – ist, etwas zu verändern

Und es gibt noch einen weiteren Punkt, der in der Biographie deutlich herausgestellt wird: das permanente Streben von Steve Jobs nach dem Besten, nach dem Einzigartigen. Und dabei hat er eben neben den vielen kleinen Details eben nie das Gesamtbild aus den Augen verloren. Auch etwas, an dem man arbeiten kann.

Was meint Ihr?

Hier noch zwei kurze Momente, die die beiden emotionalen Pole von Steve Jobs ganz gut zeigen. In der ersten Szene kann er sich bei einem Kommentar nur mühsam beherrschen, im zweiten Ausschnitt hält er mühsam seine Tränen zurück (leider sind hier auf WordPress keine Sprungmarken in Videos möglich, deswegen nur Links).

* Hört sich nach einer Rechtfertigung an, soll aber keine sein.