… oder auch „3 Inches of Mud“ hätten dieses Jahr das Motto für das Sonisphere in Jonschwil in der Schweiz sein können (oder eher müssen). So was habe ich noch nie erlebt (und muss es hoffentlich auch nie wieder) …
Nachdem wir um vier Uhr morgens losgefahren waren, die Fahrt reibungslos verlief und wir frühzeitig am Veranstaltungsort angekommen waren, haben wir uns aufgrund des Wetters (Regen wie in der Waschanlage und kalt) erst mal dazu entschlossen noch eine Weile im Auto zu bleiben. War vielleicht auch nicht schlecht sich noch mal etwas auszuruhen, denn der Tag sollte noch anstrengend werden. Gegen halb zehn sind wir dann mal los und konnten nach etwas Fußmarsch schon einen Blick von oben auf das Festivalgelände werfen. Da war dann doch schon zu ahnen, was da auf uns zukommen würde:

Pool of Mud (und da ging es noch ...!)
Vor dem Einlass haben wir uns lächerlicherweise noch versucht einen Weg durch möglichst wenig Schlamm zu suchen, das war aber dann schon wenige Meter später nutzlos, da es nur einen Zugang zum Gelände gab, der natürlich unter einer geschlossenen Wasser-/Schlammdecke lag. Nach einer gefühlte Ewigkeit sind wir dann endlich auf dem Gelände vor den beiden Bühnen angekommen und haben uns da noch ein Fleckchen mit Gras gesucht. Dort sollte dann für die nächsten Stunden unser Standort sein.
Die ersten Bands (u.a. Hellyeah, Atreyu und Devildriver) sind mehr oder weniger an mir vorbeigerauscht, da dort für mich auch musikalisch nichts geboten war. Der erste Höhepunkt des waren dann Anthrax, die ich live vorher noch nie gesehen habe. Von den „Big 4″ sind Anthrax für mich sicherlich die Band, die ich am wenigsten kenne bzw. die ich über die Jahre quasi aus den Augen verloren habe. Es war aber schön die Band zusammen mit Joey Belladonna live zu sehen, denn der ist für mich der eigentlich „richtige“ Anthrax-Sänger.

Anthrax im Regen
Nachdem Bullet For My Valentine ganz unterhaltsam waren (wenn auch irgendwie sehr glattgebügelt) kam die für mich große Überraschung des Tages: Alice in Chains. Vielleicht lag es daran, dass sich die Musik vom bisher gehörten wohltuend abhob, vielleicht lag es auch an der absolut souveränen und tighten Performance. Die Setlist bot eigentlich alle Highlights der Bandkarriere und hat so richtig Spaß gemacht! Da ich mich dann langsam auf den Weg zum Treffpunkt für das Meet & Greet mit Metallica gemacht habe (Bericht folgt gesondert! Update: hier geht´s zum Meet & Greet-Bericht, Update-Nachtrag: es gibt auch noch ein Video vom Meet & Greet), habe ich von Slayer nicht mehr so viel mitbekommen. Das was ich aber gehört habe, hat mich tief schockiert: was ist Tom Araya mittlerweile live schlecht geworden! Die Stimme ist ja überhaupt nicht mehr da und die Ansagen hat man jetzt auch schon zig mal gehört (er mag das ja vielleicht kultig finden, aber wenn man die Songs jahrelang immer gleich ansagt ist das für mich einfach nur langweilig). Ich war dann zwei Stunden weg und bin erst zu Motörhead wiedergekommen, die auf der Bühne aber richtig gerockt und eine gute Show abgeliefert haben. Mittlerweile war dann auch endlich mal die Sonne rausgekommen!

Der Motörizer
Im Anschlus spielten noch Rise Against, die zwar ganz nett aber auch nicht weiter interessant waren. Um 21.15 Uhr war dann endlich Showtime für Metallica. Kurz gesagt: es war für eine Festival wieder mal eine super Show mit einer geilen Setlist, die den Schwerpunkt eindeutig auf älteres Material gelegt hat:
- Creeping Death
- For Whom The Bell Tolls
- Ride The Lightning
- No Remorse
- Fade To Black
- That Was Just Your Life
- The End Of The Line
- Sad But True
- Welcome Home (Sanitarium)
- Broken, Beat and Scarred
- One
- Master Of Puppets
- Fight Fire With Fire
- Nothing Else Matters
- Enter Sandman
- Breadfan
- Whiplash
- Seek and Destroy
Leider machte sich auch hier der doch arg verwehte Sound bemerkbar, sodass der Genuß doch etwas getrübt wurde. Dennoch war es mal wieder seeeeeehr gut (in der Halle ist es aber noch besser!). Hier noch ein paar Impressionen:



Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass es mittlerweile schon nichts mehr besonderes war, bis zu den Knöcheln im Schlamm zu stehen?

Ein Bild sagt mehr als ...
Auf dem Rückweg wurde es dann noch schlimmer: der Weg war fast gänzlich unbeleuchtet, der Schlamm hatte die Konsistenz von Kaugummi angenommen und es waren tausende Menschen unterwegs. Zum Glück ist während des Tages nichts passiert, denn wäre es im schlimmsten Fall zu einer Panik gekommen, dann wäre es garantiert richtig böse ausgegangen! So war es einfach nur nervig und am Ende eines langen Tages nochmal extranstrengen. Hier war das Festival aber definitv ganz schlecht geplant!! Sowas darf eigentlich nicht passieren.
Was bleibt, sind einige gute Auftritte, die Freude über die Sonne am Nachmittag und die Erinnerung an sehr widrige Umstände. Nächstes Mal gerne wieder in der Halle …